Kritik des Zionismus

Micha Brumlik

Rechtzeitig zum sechzigsten Jahrestag der Staatsgründung Israels im Jahre 2008 liefert Micha Brumlik eine zeitgemäße Reflexion auf den Gründungsmythos des Staates Israel. In seiner »Kritik des Zionismus« legt er die Wurzeln der jüdischen Siedlungsbewegung im europäischen Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts frei. Zugleich widerlegt er die Vorstellung, der Holocaust sei für die Gründung des Staates Israel ursächlich gewesen. Zahlreiche Stimmen, von Theodor Herzl über Hermann Cohen, Hannah Arendt bis zu Yael Tamir, die das Projekt einer zionistischen Staatengründung vom Beginn bis in die Gegenwart begleiten, unterzieht der Autor einer kritischen Reflexion. Vor dem Hintergrund einer grundlegenden Kritik des zionistischen Projekts plädiert Micha Brumlik für eine pragmatische, an der Realität der politischen Gegenwart im Nahen Osten orientierte Politik und setzt sich - aller Kritik zum Trotz - für eine unbedingte Solidarität mit dem vom nuklearen Genozid bedrohten israelischen Volk ein. Geradezu visionär sieht er eine Lösung des zionistischen Kernproblems letztlich in der Anbahnung einer Integration Israels in die Europäische Union.

Seiten: 
198
Einband: 
Broschur
ISBN: 
978-3-434-50609-6
Preis (Print): 
16,90 €
Rezensionen & Stimmen: 

Die dem Staat Israel zugrundeliegende zionistische Idee macht eine nüchterne Diskussion nicht immer leicht. Umso begrüßenswerter ist, dass der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik sich an eine Kritik des Zionismus wagt, die auf billige Polemik verzichtet. ... [Seine Schlussfolgerungen] bieten ... die beste deutschsprachige Vorlage für eine in anderen Ländern seit Längerem geführte Debatte. NZZ, 29.01.2008